Praktische Übungen

Unserer Überzeugung nach kann die praktische Erfahrung der Meditation nicht durch rein theoretisches Wissen erlangt werden. Es ist vielmehr ratsam, sich einen Kurs aus dem großen Angebot an diversen Meditationskursen auszuwählen und diesen einige Wochen lang regelmäßig zu besuchen. Nur so kann Meditation lebendig vermittelt werden. Darüber hinaus herrscht in einer Gruppe eine stärkere Kraft, sodass auch das Meditieren leichter fällt; ganz abgesehen davon, dass es auch viel mehr Spass in einer Gruppe macht.

EINE KONZENTRATIONSÜBUNG FÜR ANFÄNGER

Der erste Schritt zur Meditation heißt Konzentration. Setze dich auf deinen Meditationsplatz und betrachte eine Kerze, die du vor dich hinstellst. Die Kerze sollte in einer Entfernung von ca. 1-2 Meter ungefähr auf Augenhöhe stehen. Versuche nun, all deine Aufmerksamkeit auf die Kerze zu lenken. Fixiere deinen Blick auf die Flamme, ohne dich jedoch zu verkrampfen und ohne deine Augen zu überanstrengen. Sollte dein Blick abschweifen, lenke ihn immer wieder auf die Kerze zurück. Atme ruhig ein und aus und sage dir: „Es gib nichts anderes auf der Welt als diese Kerzenflamme.“ Wiederhole diesen Satz innerlich immer wieder. Konzentriere dich auf diese Weise 5 bis 10 Minuten auf die Kerze, schließe dann deine Augen und entspanne dich.

EINE MEDITATIONSÜBUNG FÜR ANFÄNGER

Setze dich in deine gewohnte Meditationsstellung. Atme ein paar Mal langsam tief ein und aus. Versuche zu spüren, dass du nicht durch Mund und Nase, sondern durch das Herz ein- und ausatmest. Achte dann darauf, dass der Atem so langsam und ruhig wie möglich ein und auszieht; bleibe aufmerksam, aber passiv. Du wirst zum eigenen Beobachter. Atme dann bewusst bei jedem Atemzug Reinheit ein und Dunkelheit aus. Wiederhole im Stillen das Wort „Reinheit“, während du einatmest, und das Wort „Dunkelheit“, während du ausatmest. Versuche dir die Reinheit und die Dunkelheit jeweils vorzustellen und sie zu spüren. Nach einer Weile atme auf die gleiche Weise Freude ein und Sorgen aus. Als drittes atme auf die gleiche Weise Frieden ein und Rastlosigkeit aus. Versuche während dieser Übung die Augen ganz leicht offen zu halten und ständig langsam zu atmen. Es kann hilfreich sein, wenn der Blick deiner Augen während der Übung auf eine Kerzenflamme gerichtet ist. Überfordere während der Übung weder Augen noch Lunge. In der wirklichen Meditation wirst du ganz still und brauchst dir nichts mehr vorzustellen, aber zu Beginn ist diese Übung ganz gut.

Eine weitere Meditationsübung: Diese Übung kann anschließend an die oben beschriebene Konzentrationsübung durchgeführt werden. Anfänger sollten jedoch nicht länger als 10 bis 15 Minuten in einem Stück meditieren. Versuche die Kerze in deinem Herzen zu sehen, erst die ganze Kerze, dann die Kerzenflamme. Versuche die Flamme ganz klar zu sehen, und fühle, dass du selbst diese Kerzenflamme bist. Fühle dann, dass das Licht dieser Flamme wächst, heller und heller wird, bis die Flamme zu einer kleinen Sonne heranwächst. Diese Sonne strahlt in alle Richtungen. Fühle, wie du dich mit den Sonnenstrahlen in alle Richtungen ausbreitest, weiter und weiter wirst, dich über deinen Körper hinaus ausbreitest, immer weiter und weiter. Wenn ablenkende Gedanken auftauchen – was ganz normal ist, beginne wieder von neuem. Je klarer die Vorstellung ist, desto einfacher wird die Übung.