Allgemeines

Moderne Meditationswege

In der jahrtausende alten Tradition war die Praxis des Yoga bzw. der Meditation wenigen Eingeweihten vorbehalten, die in der Regel ein völlig zurückgezogenes Leben führten. Seit der große Yogi Swami Vivekananda vor über hundert Jahren mit enormem Erfolg die indische Mystik und Weisheit im Westen zu verbreiten begann, wurde Meditation einem sehr großen Kreis von Suchern zugänglich.

Spätestens seit der Meisteryogi Sri Aurobindo in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts den integralen Yoga etablierte, suchen moderne Yogawege durchwegs ein balanciertes Leben zwischen der inneren und der äußeren Erfüllung. Man hat auf der einen Seite erkannt, dass es wichtig ist, mit beiden Füssen auf dem Boden zu stehen. Andererseits wird früher oder später doch jedem Sucher bewusst, dass äußerer Reichtum keinen Bestand hat; es ist der innere Reichtum, der innere Frieden, der alleine zählt und ihn glücklich machen kann.

Sowohl alle klassischen wie auch die modernen Meditationswege gründen prinzipiell auf Toleranz: Der eigene Weg wird nie als der einzige oder der für alle beste Weg angesehen. Vielmehr herrscht die Überzeugung vor, dass entsprechend den vielfältigen Neigungen der Menschen auch vielfältige Wege vorhanden sein sollten – jeder soll die Möglichkeit haben, den für ihn persönlich am besten geeigneten Yogapfad auswählen zu können. Andere Yogawege werden daher grundsätzlich nicht als „Konkurrenz“, sondern vielmehr als Bereicherung für das allgemeine Bestreben angesehen, inneren Fortschritt zu machen. Auch unterschiedliche Weltanschauungen sind nebensächlich; wichtig ist die gegenseitige Achtung und Akzeptanz als Grundlage zum friedlichen Zusammenleben.