Die Macht positiven Denkens

Wer ist unseres Glückes Schmied?

Wir fühlen uns oft dem Schicksal ausgeliefert, mitunter vom Unglück verfolgt, aber wir vergessen dabei ganz, dass niemand anderer als wir selbst der Schmied unseres Glückes sind!

Wenn sich die Menschen darüber bewusst wären, dass ihr Denken zu einem guten Teil die Erfahrungen, die sie machen, formt, würden sie große Anstrengungen unternehmen, ihr Denken zu beeinflussen. Ja, wir werden oft, was wir uns denken, daher sollten wir vorsichtig sein, was wir denken. Wenn wir negativen, frustrierenden Gedanken nachhängen, werden wir deprimiert und frustriert. Hängen wir etwa häufig kritischen Gedanken nach, wird die Negativität dieser Kritik auch in unserem eigenen Bewusstsein seinen Niederschlag finden und in der Folge werden wir selbst an dem Gift der Kritik leiden. Wenn wir die Welt in pessimistischer Weise betrachten, bahnen wir geradezu negative Ereignisse, die uns dann natürlich in unserem pessimistischen Denken noch bestärken. Gehen wir optimistisch an die Sache heran, öffnen sich uns oft neue Wege und ist die Chance, dass wir erfolgreich sind, wesentlich größer. Und selbst wenn wir keinen Erfolg haben, bleiben wir glücklich.

Wenn es uns hingegen gelingt, unsere Gedankenmuster zu durchbrechen und zu ändern, kann sich unsere ganze Welt enorm positiv verändern und dies in zweierlei Hinsicht: Einmal werden wir lernen, das Positive, Erbauliche, Erfreuliche in der Welt zu sehen – ähnlich wie ein Verliebter in seiner Angebeteten nur das Schöne, das Betörende und Gute sieht. Daraus resultiert, dass wir sehr glücklich werden. Zweitens wird die Welt dann auf uns auch anders reagieren, denn wie man in den Wald hineinruft, so kommt es zurück. Sehe ich Positives, schenke ich Liebe und Freude, so erhalte ich genau diese Eigenschaften früher oder später zurück, denn die Welt ist gewissermaßen eine geschlossenes System; letztlich geht nichts verloren.

Wenn du deine innere Einstellung zuerst einmal verändern kannst, dann wirst du sehen, dass sich automatisch deine Umwelt, ja die ganze Welt verändern wird!

Das ist das große, große Geheimnis, der Schlüssel zum Glücklichsein.

Die Macht der Gedanken

Ja, ein jeder Gedanke ist etwas recht Machtvolles, etwas, das unseren Gemütszustand beeinflussen kann, das bewirken kann, dass wir uns gut oder schlecht fühlen. Ein sorgenvolles Bewusstsein zum Beispiel kann unser ganzes Leben elend machen. Wenn ich mir heute schon hundert Gedanken über die Zukunft mache und Angst vor anstehenden Ereignissen habe, heißt das, dass ich Probleme, die es momentan noch gar nicht gibt, auf meine Schultern lade. So kann ich mir heute schon einen erhöhten Blutdruck und schlaflose Nächte einbrocken, obwohl die Probleme und Sorgen ja vorerst nur ein reines Produkt meines Kopfes sind und sich noch gar nicht manifestiert haben. Ich bin dann gewissermaßen wie ein Reisender, der im Zug steht und dennoch den Koffer nicht abstellt, sondern noch in der Hand trägt. Also einfach ein Narr.

Die Zukunft und die Vergangenheit

Erlaubt niemals den Sorgen von morgen, die Freude von heute zu ersticken! Das wäre, als ob wir für etwas zahlen würden, das uns (noch) gar nicht gehört.

Das gleiche gilt für Angst. Angst ist ein richtiger Feind des Menschen; leider ein allgegenwärtiger Feind. Was macht die Angst mit uns? Sie kauft unseren Sarg schon lange bevor es uns bestimmt ist zu sterben. Das ist ja Unsinn und verrückt – oder? Wenn du erkannt hast, dass das verrückt ist, beginne, deine alten Gedankenmuster abzulegen und durch positive zu ersetzen!

Ebenfalls ein Narr ist jene Person, die ständig in die andere Richtung, nämlich an die Schicksalsschläge der Vergangenheit denkt, an all die unglücklichen Dinge, die da passiert sind und aufgrund derer man nun leidet. Die Vergangenheit ist vorbei, man kann sie nicht mehr verändern und wir

sind inzwischen im heute, also ganz wo anders. Aus dem Schnee vom letzten Jahr kann man heute keinen Schneemann mehr bauen, warum also hier unnütz Energie verschwenden?! All die schlechten Gefühle, die wir heute aufgrund der Vergangenheit hegen, sind leere Kilometer, einfach völlig sinnlos. Die einzige Wirklichkeit, die am Anfang der Zeit bestand, die heute besteht und die noch in einer Million Jahren existieren wird, ist nichts Anderes als das “Jetzt“. Daher weg mit der Vergangenheit und hinein in das „Jetzt“. Lebt wie ein Kind im Hier und Jetzt und erschafft euch im Jetzt eine positive Gegenwart – es liegt ganz in eurer Hand! Dies wird euch übrigens besser gelingen, wenn ihr euch mit einem Kind identifizieren könnt. Denn das Herz eines Kindes lebt im ewigen, heiteren, sorglosen Jetzt und taucht ständig in etwas Neues. So macht das Leben Freude!

Der Weise und das Kind haben etwas gemeinsam: Ein Kind interessiert sich für Vorfälle nur so lange, wie sie andauern. Sobald sie vorüber sind, hört das Kind auf, über diese zu sinnieren. Es ist ganz offensichtlich, dass diese in den Kindern keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das Kind wird mental durch diese Eindrücke nicht berührt. Genauso verhält es sich bei den Weisen und Erleuchteten.

Die Sinnfrage – wer sind wir?

Natürlich würde es uns enorm helfen, die dummen alten Gedanken und Ideen abzulegen, wenn wir uns in unserem täglichen Leben wieder bewusster werden könnten, dass wir, das heißt unsere Seele, ein ewiges, ein endloses Leben sind. Dass wir eine göttliche Wirklichkeit in uns tragen, die wir zum Vorschein bringen sollten. Da verblassen dann all die kleinen Unpässlichkeiten des Lebens und unser Blick wird dann wieder mehr auf die wirklich wesentlichen Dinge des Lebens gelenkt. Aber das kann man erst erfahren und fühlen, wenn die richtige Stunde schlägt; so etwas kann man nicht erzwingen.

Wir ernten, was wir säen

Ihr müsst euch darüber bewusst sein, dass jeder negative bzw. schlechte Gedanke in unwiderruflicher und unvermeidlicher Weise zu jenem unglücklichen Aussender zurückkehrt. Ich werde ernten, was ich säe. Das kann etwas Gutes sein, wenn ich zum Beispiel Liebe säe, es kann aber auch etwas Schlechtes sein, wenn ich Eifersucht, Hass, Wut, Überlegenheitsgefühle, Streit usw. säe.

Wir sollten uns einfach ständig darüber bewusst sein, dass wir das erleben, was wir sorgfältig oder eben sorglos einladen. Wenn wir zum Beispiel gute Absichten verfolgen, mit Liebe und Wohlwollen anderen Menschen begegnen wollen, dann werden wir alleine durch unsere guten Absichten eine ganze Reihe neuer Möglichkeiten kreieren und ungünstigere Lebensumstände ändern können!

Natürlich wird es uns nicht immer möglich sein, alle Dinge in unserem Leben zu verändern, die wir gerne anders hätten. Aber niemand kann uns davon abhalten, unsere eigene Sichtweise der Wahrheit zu ändern. Das Problem mag weiterhin bestehen, aber wenn ich in meinem Bewusstsein, zum Beispiel durch Meditation, höher hinaufklettere, dann wird das Problem automatisch kleiner.

Starre ich auf eine problematische Sache vor mir, ist sie sehr groß, klettere ich einen Baum hinauf und betrachte ich nun das gleiche Problem von der Höhe des Baumwipfels aus, erscheint das gleiche Problem wesentlich kleiner. Durch Meditation dehnen wir unser Bewusstsein aus. In einem engen Gefäß, im engen Verstand, haben unsere Probleme naturgemäß ein großes Gewicht. Im weiten Ozean, im unendlichen spirituellen Herzen werden die gleichen Probleme winzig klein und wir können hier beginnen, über sie zu lachen und uns zu wundern, wie wir ihnen einmal so große Bedeutung beigemessen haben!

Meine Einstellung und damit auch meine Gefühle und mein Denken bestimmen zu einem großen Umfang das, was mir widerfahren wird. Wenn ich zum Beispiel mit Angst in eine Schlacht ziehe, dann habe ich schon die halbe Schlacht verloren!

Die positive Kraft

Was ist zum Beispiel eine positive Kraft, etwas durch und durch Positives? Die Liebe; das wird niemand abstreiten, ist etwas sehr, sehr Positives! Dann lasst uns doch einfach einmal die Liebe bewusst spüren. Jeder wurde schon einmal geliebt. Konzentriert euch auf diese Liebe, lasst sie in eurer Vorstellung größer und stärker werden. Glaubt mir, unsere Vorstellung kreiert eine Wirklichkeit! (Wenn ihr etwa träumt, dass ihr von einem wilden Tiger verfolgt werdet, dann werdet ihr mit pochendem Herzen aufwachen und vielleicht schweißgebadet sein, obwohl es den Tiger ja nur in eurer Vorstellung gab). Ja erinnert euch an die Liebe, die ihr von eurer Mutter, einem Geliebten usw. erhalten habt und dann vergrößert sie und gebt sie zurück. Wenn es euch später gelingt, in einem richtigen Meer der Liebe zu verweilen, dann beginnt damit, sie frei zu verschenken und zwar nicht nur an eure Lieben, sondern an alle Geschöpfe Gottes. Schließlich sind wir alle Gottes Kinder, kein Mensch ist von Gott nur adoptiert. Jeder Mensch muss mit sich selbst kämpfen. Ihr werdet sehen, wie diese Übung euer ganzes Leben verändern kann. Ihr werdet so viel Liebe erhalten und vor allem werdet ihr so glücklich werden!

Wo die Liebe groß ist, sind die Fehler klein!

Positiv denken impliziert, dass wir grundsätzlich immer versuchen, an das Liebe und das Gute in anderen Menschen zu glauben.

Ist Krishna schwarz oder golden?

Und dann gibt es noch etwas: Je nachdem, welche Tore wir öffnen, welche Kanäle wir aufmachen, determiniert, was zu uns hereinkommen wird. Wenn ich zum Beispiel verliebt bin, sehe ich Schönes in der ganzen Welt und möchte ich die ganze Welt umarmen. Ihr seht, je nachdem, was ich aussende, empfange ich auch bzw. bestimmt dies auch mit, wie ich die Welt, die an sich weder gut noch schlecht ist, entsprechend meinen Projektionen verarbeite.

Nun möchte ich anhand eines Gedichtes des Mystikers Sri Chinmoys erklären, wie wir uns letztlich unsere eigene Wirklichkeit erschaffen. Das Gedicht lautet (in Auszügen):

Mein Krishna ist nicht schwarz. Er ist aus reinem Gold. Er ist Teil der universalen Schönheit, des universellen Lichtes und der universellen Herrlichkeit. Er schaut nur dunkel aus, weil ich Ihn mit der Tinte meines Verstandes befleckt habe. In Wahrheit ist mein Geliebter reines Licht… (Sri Krishna war ein sehr hoher Meister, der vor vielen Jahrtausenden gelebt hat und häufig mit sehr dunkler Haut dargestellt wird)

Heutzutage kennt man ganz allgemein das Phänomen, dass die Welt, so wie wir sie wahrnehmen, weitgehend eine Projektion unseres eigenen Bewusstseins ist. Wir kennen das: Wenn wir glücklich sind, erscheint uns die Welt als schön und wenn wir uns elend fühlen, dann ist sie schrecklich…

Man sagt, "die ganze Welt liebt einen Liebhaber", und da ist etwas Wahres daran. Denn ein Liebhaber strahlt Liebe aus und „die Welt“, also die Menschen, die Natur, die Musik und die Umstände, regiert darauf, indem sie diese Liebe erwidert und verstärkt. Und so sieht und fühlt der Liebende, der ohnehin in sich schon die Liebe fühlt, Liebe überall. Man könnte sagen, Liebe erschafft mehr Liebe, Freude verbreitet mehr Freude, Schönheit multipliziert Schönheit.

Leider trifft umgekehrt das gleiche auf den Frustrierten und Deprimierten zu… Ja, es gelingt dem unreinen Verstand nicht, seine Unreinheit (Eifersucht, Negativität, Kritik, Ärger, Überlegenheitsgefühl, Stolz usw.) zu tarnen. So wie sich eine körperliche Krankheit etwa durch Husten, Hinken oder einen Ausschlag äußert, so fließt „die Tinte“ unseres Verstandes durch unsere Gedanken, Worte und Werke nach außen und projiziert sich in die Welt. Der unreine, unbefriedigte Verstand ist geradezu die Quelle unserer Negativität. Die Negativität gehört zum ungeläuterten Verstand wie der Gestank zum Stinktier. Das gilt es einmal zu verstehen, bevor man beginnen kann, das Problem anzupacken.

Zurück zum Gedicht: „Mein Krishna“ steht hier sowohl für den Geliebten Höchsten, den Schöpfer, wie auch für die Schöpfung, die Welt. Das Göttliche wie die Welt erscheinen hässlich, wenn unser Verstand voll Unreinheit, Frustration, Eifersucht, negativen Gefühlen oder Verzweiflung ist, denn dann sehen wir genau das, was wir projizieren. Ja, es verhält sich tatsächlich so! Unsere körperlichen, emotionalen und mentalen Gifte begrenzen unsere „Schau“.

Mit einem reinen und klaren, völlig geläuterten Verstand können wir den goldenen Krishna bzw. die wirkliche Welt in „seiner/ihrer universalen Schönheit, in seinem/ihrem universalen Licht und in seiner/ihrer universalen Herrlichkeit“ sehen.

Es ist keine leichte Aufgabe, dem Verstand das Gift zu entziehen. Dafür benötigt man Disziplin, Anstrengung, Demut, Aufrichtigkeit, Entschlossenheit und Geduld und nicht zuletzt auch Gnade. Allerdings wird uns unsere neue Sichtweise von der Welt und von uns selbst hundertfach, nein millionenfach für die investierte Anstrengung entlohnen. Am Anfang scheint der Preis zu hoch, am Ende viel, viel zu niedrig.

Der Weg zu diesem Ziel führt wieder über die Meditation.

Die wichtige Rolle der Dankbarkeit

Wie schon erläutert, klopft das Unglück schon an die Türe, wenn ich es durch die falsche innere Einstellung erwarte. Positiv denken bedeutet auch, einfach dankbar für alles zu sein, was wir schon haben. Es ist nicht so selbstverständlich, dass wir an einem Hahn drehen und schon kommt heißes Wasser in Trinkwasserqualität heraus. Dass wir den Kühlschrank öffnen und uns eine Auswahl an verschiedenen Leckereien zur Verfügung steht. Dass im Winter der Thermostat automatisch die Heizung einschaltet, auf Knopfdruck das Licht angeht, ich mit dem Telefon in die ganze Welt telefonieren kann, auf Knopfdruck Musik aus dem Radio kommt und dass die Sonne jeden Tag ohne Urlaub zu nehmen ihre lebensspendenden Strahlen auf diese so interessante Welt wirft. Ja, dankbar sein bedeutet positiv denken und noch viel, viel mehr! Seid einfach täglich dankbar dafür, was ihr schon alles habt, denn es könnte sich ja alles zum Schlechteren verändern! Dankbarkeit ist das größte Wundermittel, um eurem Leben eine (noch) positivere Richtung zu geben. Ihr werdet Freude, Frieden, Liebe und Erfüllung in hohem Maße erhalten, wenn ihr regelmäßig dankbar sein könnt. Probiert es doch einfach einmal!

Über einen weiteren Aspekt möchte ich noch sprechen: Man könnte sogar so weit gehen zu sagen, dass es selbst an schmerzhaften Ereignissen auch etwas Positives gibt: Denn könnten wir das Schöne, das Herrliche und Beglückende überhaupt erfahren und schätzen, wenn wir nicht auch dessen Kehrseite, den Schmerz des Lebens kennen würden? Wahrscheinlich nicht, jedenfalls niemals in diesem Ausmaß!

Das Herz ist wieder einmal die Antwort

Am besten könne wir jedenfalls positiv denken und täglich glücklich sein, wenn wir lernen, die Welt mit dem Auge des Herzens und nicht so – wie üblich – mit den Augen des Verstandes zu sehen. Über diese Sache habe ich in umfangreicher Weise im Essay „Herz versus Verstand“ geschrieben. Dann werden wir mit der für unser Bewusstsein so schädlichen Unart aufhören, ständig über andere zu urteilen, was in der Regel mehr oder weniger „kritisieren“ bedeutet.

Unser Bewusstsein

Unser Bewusstsein ist von Natur aus etwas Neutrales – man könnte es mit Wasser vergleichen, es hat keine Farbe und keinen Geschmack, aber ermöglicht allen Gefühlen und Gedanken und Erfahrungen stattzufinden. Wenn wir in ein Glas Wasser Gift schütten, dann wird das ganze Wasser zu Gift. Wenn wir in das Wasser hingegen zwei Würfel Zucker hineinwerfen, dann wird das ganze Wasser süß. Lasst uns daher vorsichtig sein, womit wir unser Bewusstsein füllen. Wenn wir urteilen, also meist kritisieren, dann mag sich unser Ego kurzfristig gut fühlen, denn wir selbst steigen ja in der Regel besser aus, als der Kritisierte, aber in Wahrheit werden wir dadurch um kein Quäntchen glücklicher, ganz im Gegenteil! Lasst uns Zucker in das Bewusstsein geben. Liebe, Wertschätzung, Hoffnung usw., dann werden wir Freude beim Austrinken haben!

Ja, der Himmel ist nicht da hoch oben über den Wolken. Ein Prophet aus Jerusalem sagte einmal: „Der Himmel ist in mir.“ Ein indischer Yogi präzisierte das: „Der Himmel ist nichts Anderes als eine Ebene des Bewusstseins.“ Und Bewusstsein ist in uns. Haben wir ein positives Bewusstsein, hegen wir gute Gedanken, dann leben wir im Himmel. Haben wir ein negatives Bewusstsein, hegen wir negative Gedanken, dann sind wir in der Hölle. Lasst uns daher immer positiv sein!

Positiv denken beginnt bei Kleinigkeiten: Ich kann jemanden sagen, er möge im spirituellen Leben seine zahlreichen Unreinheiten reduzieren – das wäre der negative Approach. Viel ermutigender würde die inhaltlich gleiche Sache so formuliert werden: Man möge seine Reinheit noch vermehren. Ja, da habe ich schon etwas Gutes, und das Gute soll einfach noch mehr werden…

Meditation - der Schlüssel zum positiven Denken

Der Schlüssel zur bewussteren Erkenntnis, was in unserem Verstand und Bewusstsein abläuft, liegt in der Meditation. Denn in der Meditation tauchen wir bewusst in die Stille und lernen achtsam zu sein, zu registrieren, was da so alles durch unseren Verstand geistert. Wir lernen uns besser kennen und in der Folge auch besser zu „regeln“. Ich meine damit zum Beispiel, dass wir langsam die Fähigkeit erlangen, unerwünschte Gedanken nicht mehr zuzulassen. Da wir in der Meditation mit einer höheren Wesensebene in uns in Kontakt kommen, werden wir ganz automatisch einen positiveren Ausblick auf die Welt erhalten, denn unsere höheren Wesenselemente sind überflutet mit gutem Willen, Freude, Gelassenheit, Liebe und innerer Kraft. Wer also Meditation regelmäßig praktiziert, wird automatisch langsam beginnen, weise zu sein. Weise ist derjenige, der gelernt hat, auf unserem Planeten das Schöne, das Erfreuliche und das Gute zu sehen. Wer mit solchen Augen durch die Welt läuft, wird auch automatisch das Gute in der Welt fördern! Und vor allem, er wird glücklich sein und das ist das Wichtigste, denn letztlich gibt es jeden Tag ja nur eines zu lernen: Aufrichtig glücklich zu sein!

Sehe keine Fehler und Schwächen

Sri Chinmoy, ein großer indischer Meister, der bis 2007 gelebt hat, prophezeite, wie viele anderen Meister auch, dass der Menschheit ein neues Zeitalter bevorsteht. Wir stehen heute praktisch an der Schwelle zu diesem neuen Zeitalter und lassen das alte, schrecklich brutale „Kali Yuga“ hinter uns, das von Kriegen, Hass, Machtstreben und Egoismus geprägt war. Das neue Zeitalter wird nicht mehr so vom Verstand des Menschen, sondern vielmehr vom Herzen und damit auch vom Seelischen bestimmt werden. Um sich für dieses Zeitalter vollkommen einzustimmen, kann ich nur aus ganzem Herzen empfehlen, die Botschaft Sri Chinmoys für das neue Millennium zu verinnerlichen und sich vielleicht sogar diese jeden Tag einmal in Erinnerung zu rufen. Sie ist ein Schlüssel zum positiven Denken und damit zum Glücklichsein:

„Sehe keine Fehler in deinem Leben und sehe keine Fehler im Leben anderer. Zwinge dich vielmehr, all die guten Dinge zu sehen, die du getan hast, all die guten Dinge zu sehen, die du planst zu tun und all die guten Dinge zu sehen, die andere getan haben.

Im neuen Millennium wird die Philosophie darauf abzielen, nur das Licht in einem selbst und das Licht in anderen zu sehen. Nur dann wirst du in der Lage sein, das Eintreten von Weltfrieden und Einssein in der Welt zu beschleunigen.“

Zum Abschluss noch ein paar Anregungen:

  1. Der Humor ist eines der besten Heilmittel, um den positiven Ausblick im Leben nie ganz zu verlieren. Vergesst nie, dass der Humor ein ganz wichtiger Bestandteil eines jeden Lebens sein muss! Nichts kann unseren Verstand so schnell von all den sinnlosen Lasten befreien, die er sich selbst aufgeladen hat.
  2. Man kann seine Augen trainieren, das Schöne in jedem einzelnen Leben zu sehen. Versucht es – es zahlt sich hundertmal aus! Ihr braucht dem Glücklichsein nicht nachlaufen, es wird euch nachlaufen
  3. Versucht Enthusiasmus und Eifer zu kreieren. Man kann zum Beispiel täglich aufrichtig, also mit Energie dahinter 50-mal Enthusiasmus wiederholen. Nach einiger Zeit wird man sehen, dass dies wie bei einem Mantra Wirkung zeigt. Enthusiasmus schafft ohne den geringsten Zweifel zum einen neue Gelegenheiten für uns. Darüber hinaus lässt er uns bei unseren Tätigkeiten richtige Freude erfahren. Aber wirklich glücklich kann uns der Enthusiasmus erst machen, wenn wir es schaffen, die Erwartung beiseite zu lassen. Erwartungen stehlen unser Glücklichsein, das ist einmal ganz sicher. Erwartungen sind spirituell gesehen reines Gift, also wenn ihr so wollt, eine Form negativen Denkens.
  4. Kultiviert ein inneres Lächeln. Man beginnt mit Vorstellung. Stellt euch vor, in eurem Herzen sitzt ein Kind, das schöner ist, als das schönste Kind, das ihr je gesehen habt und dieses Kind lächelt, es lächelt, egal, was in der äußeren Welt passiert. Eure Seele lächelt tatsächlich immer in der Tiefe eures Herzens. Was dem Ungeübten wie eine sinnlose Vorstellung anmuten mag, kann dennoch unglaubliche Früchte tragen. Probieren geht über Studieren! Wenn ihr mit eurer Vorstellungskraft lernt, das innere Lächeln zu spüren, werdet ihr bald fähig sein, jene Dinge, für die ihr früher sehr viel Zeit in Anspruch nehmen musstet, in großer Geschwindigkeit zu erledigen. Und Heiterkeit und Freude wird zu eurem ständigen Begleiter werden.
  5. Wenn ihr es nicht schafft, in der Wirklichkeit, also im ewigen „Jetzt“ zu leben, das heißt, in einem Zustand der Meditation zu verbleiben, dann denkt an die Zukunft nur mit Hoffnung, nie mit Sorge! Es gibt keine bessere Medizin als die Hoffnung. Sie bekämpft unsere Lethargie, belebt unser Wesen und lässt uns glücklich werden. Und sie bahnt in uns positive Ereignisse, während ein pessimistischer Ausblick in die Zukunft negative Ergebnisse bahnt.
  6. Positiv denken bedeutet nicht, dass du daran glaubst, die Welt positiv verändern zu können. Die Welt zu verändern funktioniert leider nicht, denn sie will ja gar nicht von dir verändert werden. Oder würdest du dich selbst vielleicht gerne von anderen verändern lassen? In der Regel werden die Menschen darauf nein sagen. Ich bin ja in Ordnung, aber ich möchte der Welt helfen… Leider ist das – wie gesagt – ein völlig falscher Ansatz, eben, weil jeder glaubt, er ist im Recht, er ist derjenige, der alles richtig macht, und nur die Welt gehört verändert. Positiv denken bedeutet, daran zu glauben, dass man sich selbst verbessern kann und wird. Und nur sich selbst kann man verändern bzw. durch die Meditation positiv verändern lassen. Es ist schon schwer genug. Andere zu verändern grenzt an Unmöglichkeit. Und dann werden wir etwas sehr Interessantes erleben: Wir werden sehen, dass sich auch die Bedingungen unseres Lebens mitverändern werden – also letztlich haben wir ja dann doch die Welt auf Umwegen auch ein wenig verändert, aber der Ansatz muss bei uns selbst liegen. Die Methode ist die Stille, in der man aber völlig aufmerksam sein muss; also die Meditation. Unsere Seele wird alles Nötige tun, wir brauchen gar nicht mental verstehen, was da in der Stille abläuft. Das Ergebnis wird uns mehr als befriedigen.
  7. Positiv denken bedeutet auch, sich selbst zu lieben. Nehmt die Maske ab, genauer gesagt all die Masken, die ein Erwachsener verschiedentlich trägt. Ihr werdet sehen, das was ihr tatsächlich seid, wird euch und die Welt glücklich machen!
  8. Seid einfach positiv in allem, was ihr sagt und was ihr tut. So könnt ihr der völlig selbstgeschaffenen Negativität des Verstandes entkommen. Ich bin überzeugt davon, dass der Verstand die Quelle des Pessimismus und das Herz die Quelle des Optimismus ist.
  9. Das größte Unglück, das einen Menschen befallen kann, ist der Verlust seines inneren Friedens. Keine äußere Kraft kann ihn seines Friedens berauben. Nein, es sind seine eigenen Gedanken, seine eigenen Gefühle und seine eigenen Handlungen, die ihm den Frieden stehlen. Wenn ich das einmal erkannt habe, mache ich mir keine Sorgen mehr über meine Zeitgenossen, die allenfalls vorhaben, mich zu quälen. Ich sorge mich nur mehr über meine eigenen Reaktionen auf diese Handlungen. Es liegt an mir, mit Aggression zu reagieren oder diesen negativen Handlungen zum Beispiel einfach gar keine Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn ich von jemandem tätlich angegriffen werde und zurückschlage, dann befinde ich mich schon auf der gleichen Ebene mit ihm; dann habe ich auch diese heftigen Emotionen. Umgekehrt, wenn jemand auf jemanden (im übertragenen Sinne) zum Beispiel mit gehässigen Worten „einschlägt“, aber dieser nicht darauf eingeht bzw. reagiert, wenn dieser wie Watte die Schläge sanft absorbiert, dann wird der Aggressor schnell die Freude an seiner Aggression verlieren… Aber so sanft zu handeln wird uns erst gelingen, wenn wir gelernt haben, unseren Verstand zu einem gewissen Grade still zu machen. Wieder ist es die Meditation, die uns dabei hilft

Arthada, Wien 7.1.2016

PS: Die Erkenntnisse, die ich in diesem Aufsatz verarbeitet habe, verdanke ich allesamt dem spirituellen Lehrer Sri Chinmoy