Die chinesische Erhu (Kniegeige)

Die Erhu ist ein zweisaitiges chinesisches Streichinstrument ohne Bünde und ohne Griffbrett. Unter der Voraussetzung, dass man dieses schwierige Instrument wirklich beherrscht, verfügt sie über einen ungemein eindringlichen, weinenden und berührenden Klang. Leider ist es sehr schwer, sie richtig zu spielen, da man auf die Spielsaite ohne  Hilfe durch Bünde, ja sogar ohne Steg greifen muss. Ist das schon schwierig genug, wird es noch schwieriger durch den Umstand, dass schon ein wenig stärkerer Druck auf die Saite einen direkten Einfluss auf die Tonhöhe hat.

Die in der Regel in Quinte gestimmten Metallsaiten (traditionell wurden jedoch Saiten aus Seide verwendet) führen von den Wirbeln durch eine um den Hals gewickelte Schnur zu einem kleinen Schallkörper aus Rosenholz (es werden verschiedene Hölzer verwendet, meist Rothölzer) mit einer Membran aus Schlangenhaut, die von den Saiten - ähnlich wie bei einem Banjo - in Schwingungen versetzt wird. Den Hals der Erhu bildet ein Stab, der bei einfacheren Varianten aus Bambus, bei besseren Instrumenten ebenfalls aus Rotholz besteht.

Die Bogenhaare (aus Rosshaar) des Bambusbogens sind zwischen den Saiten eingespannt. Gespielt wird sie im Sitzen, das Instrument auf die Knie stützend, indem die Bogenhaare zwischen den Saiten durchgezogen werden. Um die A-Saite zu streichen, muss der Bogen hochgedrückt werden, entsprechend niedergedrückt für die D-Saite. Die Finger der Linken berühren beide Saiten, drücken sie allerdings nicht bis zum Hals nieder, da kein Griffbrett vorhanden ist. Durch verschieden starkes Niederdrücken der Saite können verschiedene Glissando- und Vibratoeffekte entstehen. Durch leichtes Aufsetzen der Finger können Flageoletttöne produziert werden.

Im 19. Jahrhundert avancierte die Erhu in China zum Hauptinstrument der Nationaloper sowie zum Soloinstrument in der U-Musik. In der heutigen chinesischen Musik zählt die Erhu immer noch zu den populärsten Instrumenten. Wegen der schweren Spielbarkeit des Instrumentes setzte es sich nicht wirklich in Europa durch. Aber durch ihren Einsatz im Ensemble Arthada & Friends hat sie vor allem durch die Verbreitung der CDs Freunde in vielen Ländern der Welt gewonnen.

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